Berufsberatung an der Elbschule – Interview mit Susanne Schroeder

  1. Welche Möglichkeiten der Berufsvorbereitung, insbesondere der individuellen Beratung gibt es an der Elbschule?
  • Claudia Wenzel vom Netzwerk Berufsorientierung (BO) berät hörgeschädigte Schüler:innen der Abgangsklassen
  • Grundsätzlich sind Thomas Nedden und ich für alle Schüler:innen der Klassenstufen 9 ( nur Abt. I) bis 11 zuständig, für Abt.II wird eine ebenfalls gute personelle Lösung durch eine Lehrkraft der Elbschule noch gesucht.
  • Wir werden unterstützt durch die Klassenlehrkräfte und Lehrkräfte, die Arbeit&Beruf unterrichten
  • Wie andere Jugendliche erhalten unsere Schüler:innen auch Beratung durch die Agentur für Arbeit (Reha-Abteilung oder Jugend Berufsagentur) und das HIBB (Hamburger Institut für berufliche Bildung).
  1. Wie kam es dazu, dass ihr nun auch in diesem Bereich tätig seid?

Die individuelle Berufsberatung kam an unserer Schule bisher zu kurz. Das lag auch daran, dass wir nicht -wie andere Stadtteilschulen- eine kooperierende Berufsschule haben. Frau Wenzel ist aber nur für Schüler:innen mit sonderpäd. Förderbedarf zuständig und Frau Thomas konnte auch nicht alle übrigen Schüler:innen beraten. Da aber alle Schüler:innen das Recht und den Bedarf an individueller Berufsberatung haben, habe ich mich in diesem Bereich fortgebildet und mit Thomas Nedden ein Konzept zur Berufsberatung an der Elbschule erstellt, das wir jetzt testen und in den nächsten Jahren sicherlich noch anpassen werden.

  1. Habt ihr Fortbildungen dazu gemacht, wenn ja, welche/wo?
  • Online-Fortbildung „Berufswahltests effizient einsetzen“ des Li Hamburg
  • Online-Fortbildung „Werte, Stärken und Lebensziele entdecken und reflektieren“ des Li Hamburg
  • Online-Veranstaltung „Hamburger Berufsbildungsatlas „ichblickdurch.de““ des Sekretariats für Kooperation (SfK)
  • Hospitation an der Albert-Schweitzer-Schule bei Erstberatungen von Neuntklässler:innen zur Berufs- und Studienorientierung
  • Online-Workshop „Klischeefreie Berufs- und Studienwahl“ des LI Hamburg
  • Hospitation bei Berufsberatungsgesprächen durch Frau Wenzel (Netzwerk BO) an der Elbschule
  • „Kick-off-Veranstaltung Praxisklassen“ der BSB (Behörde für Schule und Berufsbildung) Hamburg
  • Fortbildung „Wie eine Praxisklasse anschieben?“ des Li Hamburg
  • „Berufe-Rallye für Lehrkräfte“ des Li Hamburg
  • „Berufsvorbereitende Maßnahmen für Menschen mit Hörschädigung und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“ des TSBW (Theodor-Schäfer-Bildungswerk) Husum
  • BOSO-Team (Berufs- und Studienorientierung) Netzwerktreffen der BSB Hamburg
  1. Wie viele Stunden pro Woche sind für die Berufsberatung eingeplant?

Claudia Wenzel hat zur Zeit sieben Unterrichtsstunden (nächstes Halbjahr nur noch drei), Thomas Nedden zwei und ich habe vier Unterrichtsstunden für die Beratungen.

  1. Wo führt ihr die Gespräche?

Es gibt im ersten Obergeschoss einen Beratungsraum (A165). Dort finden die interkulturelle Beratung sowie die Berufsberatung statt.

  1. Wie geht ihr dabei vor?

Zunächst ist es wichtig, eine Beziehung und ein vertrauensvolles Klima aufzubauen. Dann stellen wir sehr viele Fragen zur Person, zum sozialen Umfeld, zu Praktika, zu Stärken, Wünschen und Plänen. Falls jemand noch gar nicht gut orientiert ist, nutzen wir (Online-) Tools, um Stärken zu erkennen bzw. Berufsvorschläge zu erhalten, die gut zu den Fähigkeiten und Interessen passen. Wenn ein Plan A und ein Plan B erarbeitet wurde, arbeiten wir gemeinsam daran, die notwenigen Schritte einzuleiten. Die Beratung wird sorgfältig dokumentiert, damit alle Beteiligten den Beratungsprozess gut nachvollziehen können.

  1. Habt ihr konkrete Vorschläge für Ausbildungsbetriebe/ Berufsfelder?

So pauschal ist das schwer zu sagen. Es wäre ja wünschenswert, dass individuelle Fähigkeiten und Interessen zu den Bedarfen auf dem Arbeitsmarkt passen.  Aktuell gibt es gute Chancen für einen Ausbildungsplatz in folgenden Bereichen:

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

  1. Wie häufig führt ihr Gespräche mit einem/einer Schüler:in?

Das hängt vom individuellen Bedarf ab. Einige Schüler:innen sehen wir nur ein- oder zweimal, weil sie sehr gut orientiert sind und viel Unterstützung zu Hause bekommen. Andere sprechen wir ganz regelmäßig.

  1. Gibt es darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit den Eltern hinsichtlich der Berufsfindung ihres Kindes?

Ja, auch das ist abhängig vom individuellen Bedarf.

Vielen Dank für das Interview, Frau Schroeder!

Katharina von Puttkamer